René Magritte
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1924-1945

"Ich glaube an die künftige Auflösung der beiden scheinbar so gegensätzlichen Zustände von Traum und Wirklichkeit, in einer Art absoluten - wenn man so will - Überwirklichkeit." Dies waren die Worte des Schriftstellers André Breton, mit denen er sich für den Namen der neuen Kunstrichtung verantworlich machte.

Der Surrealismus entstand nach dem ersten Weltkrieg als Reaktion auf den Zusammenbruch traditioneller Wertevorstellungen. Durch den Dadaismus inspiriert, der zu Beginn der 20er Jahre entstand, wurde auch in der Malerei mit seinem Prinzip des Unlogischen, des Irrationalen und Zufälligen gespielt. Desillusioniert vom Weltgeschehen, glaubte man außerdem nicht mehr so recht an die Wirklichkeit und machte sich auf die Suche nach etwas anderem: Nach einer allumfassenden "Überwirklichkeit".

Sigmund Freuds Psychoanalyse brachte hier wichtige Impulse. Die Traumdeutung wurde zu einem zentralen Thema. Man glaubte daran, dass ein Großteil der Seele im Unbewussten zu finden sei, von dem, wie bei einem Eisberg, nur die Spitze sichtbar ist. So kam man zu dem Schluss, dass das Denken, Fühlen und Handeln sicherlich auch von unbewussten Kräften bewegt wird. Für dieses zunächst unbekannte Terrain interessierte sich nun eine Gruppe von Malerpersönlichkeiten wie René Magritte, Salvador Dalí, Joan Miró oder Max Ernst sehr stark. Sie versuchten, auf unterschiedliche Weise die Überwirklichkeit zu ergründen; aber immer mit dem selben Ziel, die selische Realität an Stelle der realen Außenwelt treten zu lassen. Sie benutzten vor allem Traumvisionen, unerklärliche Symbole und Verfremdungen, um den Zugang zu einer tiefer liegenden Wirklichkeit zu erschaffen. Dalí, der von sich behauptete, ein Fotograf von Träumen zu sein, ist wohl der bekannteste Vertreter der "illusionistischen" Surrealisten, welche durch die Verfremdung der realistischen Welt, dem Betrachter Zugänge zu tiefer liegenden Bewusstseinsebenen eröffnen wollen.

Auch für René Magritte galt es, die Wirklichkeit zu hinterfragen, er benutzte dabei jedoch ein anderes Prinzip, dass ich zusammen mit seinen Werken im nächsten Punkt darstellen werde.