René Magritte
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Magritte genießt eine Sonderstellung zwischen den anderen Surrealisten seiner Zeit. Anstatt mit traumhaften Bildern und Welten zu arbeiten, stellte er alltägliche Dinge dar, in denen er das Fremdartige sucht, um das dahinter verborgene, rätselhafte sichtbar zu machen. Er erschafft Bilderrätsel und Denkspiele, deren Absurdität erst auf den zweiten Blick auffällt und den Betrachter irritieren soll. Auf den Kopf gestellte Verhältnisse und Wiedersprüche in seinen Werken regen an, über Kunst und Wirklichkeit nachzudenken.
"Warum ist die Wirklichkeit so, wie sie ist?"

Teilweise wird seine Kunstkonzeption durch die Verwendung von Sprache noch deutlicher gemacht. In einem Bild stellt er z. B. eine Pfeife naturgetreu dar und wiederruft diese Darstellung gleichzeitig durch den Satz "Ceci n'est pas une pipe." (Das hier ist keine Pfeife.) Dieses Bild wird nach vierzig Jahren noch einmal als "Bild im Bild" aufgegriffen ("Die zwei Mysterien") und Magritte weist erneut darauf hin, dass dieses keine echte Pfeife ist, sondern nur eine Abbildung; ein Schein und keine Wirklichkeit. Ein anderes Bild dieser Form ist "Die Beschaffenheit des Menschen", in dem ein Blick aus einem Fenster übergeht in ein Bild, das vor jenem Fenster auf einer Staffelei steht.


In einem anderen Werk ("Das Reich der Lichter") sieht man ein Haus im Dunklen, durch dessen Fenster Licht fällt, daneben steht eine erleuchtete Straßenlaterne. Aus den zweiten Blick wird jedoch deutlich dass diese nächtliche Szene unter einem hellen Tageshimmel stattfindet. Damit rüttelt er an der Ordnung der Dinge. Er überrascht mit einer unlogischen Kombination der Tageszeiten, durch die er Sicherheit und Orientierung verschwinden lässt.

Er klärt aber die Situation nicht auf, sondern lässt den Betrachter im Unklaren. Er gibt einfach die Illusion von der Richtigkeit seiner Phantasie vor, ohne malerische oder erklärende Besonderheiten zu verwenden. Das Abgebildete ist sehr detailgetreu, wie zum Beispiel an den feinen Blättern und Umrissen der Bäume und Sträucher zu erkennen ist.


Magritte wehrte sich sein Leben lang gegen allzu tiefe Interpretationen seiner Werke. Trotzdem gewinnt er ab ca. 1960 zunehmend an Bedeutung, besonders für die Pop-Art, die sich an die Trivialelemente, die er benutzte, anlehnte.